Was ist eine Maklerversicherung?
Wie es der Name vermuten lässt, ist die Stuttgarter Versicherung eine beliebte Versicherung für Makler - branchenintern deshalb auch "Maklerversicherung" genannt. Quasi eine Versicherung für Makler, die Gewinne durch Kunden garantiert, die über die Interessengemeinschaft aus Makler und Maklerversicherung einen Vertrag abschließen.Warum? Die Stuttgarter zahlt überdurchschnittliche Provisionen an Makler. Genau genommen zahlt diese der künftige Versicherungsnehmer der Stuttgarter Versicherung aus seinen Beiträgen und verliert dadurch massiv an Kapital.
In den ersten Jahren fließen Beiträge im zweistelligen Prozentbereich ab; auf die Gesamtdauer können das bis zu 6,5 Prozent (!) reine Abschlusskosten sein. Diese gegenwertslosen Gebühren müsste man erstmal wieder erwirtschaften, bevor man dann tatsächlich eine Rendite für sich realisiert in Zeiten von Negativzinsen und kalter Enteignung durch die EZB.
Schöner formuliert: vier Prozent garantierte Rendite für Makler und Versicherung. Wenn der Makler also von vier bis x Prozent effektiver Rendite schwadroniert und diese anpreist, dann denkt er dabei oft an sich.
Denn mal ehrlich: der Aufwand einer Beratung steht in keinem Verhältnis zu den aufgerufenen Kosten: eine zweistündige Beratung ruft so schnell einen Stundensatz von mehr als 4.000 EUR auf, da werden selbst Notare neidisch. Und da spricht noch einer von Wucher bei unseriösen Schlüsseldiensten?
Aber die Stuttgarter Versicherung ist ja kein Schlüsseldienst... und (un)abhängige Makler denken natürlich nur an das Beste des Kunden.
Warum übersteigen die Abschlusskosten und Verwaltungskosten die erwirtschaftete Rendite? Sprich: warum schmeißt man bei der Stuttgarter Versicherung Geld zum Fenster hinaus?
Erfahrungen: Eine kleine Milchmädchenrechnung des sympatischen Wucherversicherers pardon Maklerversicherers aus dem beschaulichen Stuttgart:
- Anlagedauer: 31 Jahre oder 372 Monate
- Anlagebetrag: 350 EUR/Monat (4.200 EUR/Jahr) = 130.200 EUR
- Abschlusskosten: -22,75 EUR/Monat (-273 EUR/Jahr) = -8.463 EUR
- Verwaltungskosten: -20,25 EUR (-243 EUR/Jahr) = -7.533 EUR
- Kosten für angelegtes Kapital (je 10.000 EUR): -31 EUR (-372 EUR/Jahr) = mind. -11.532 EUR
- Hinzu kommen Fondskosten von durchschnittlich 1 Prozent/Jahr (ca. -42 EUR = -1.302 EUR) und kollektive Kosten für das Deckungskapital von 0,06 Prozent (ca. 2,52 EUR).
Zu "einmaligen" Abschlusskosten von 5.208 EUR erhebt die Stuttgarter weiterhin über die gesamte Laufzeit monatlich 8,75 EUR (anscheinend schließen sie monatlich den Vertrag neu ab; Andere würden das Abzocke nennen).
Im sehr sehr Kleingedruckten: "Durch den Abschluss Ihres Versicherungsvertrages entstehen Kosten, z. B. für Beratung, Antragsprüfung und Erstellen des Versicherungsscheins." Wofür die 8,75 EUR sind weiß nur die Stuttgarter Versicherung... insgesamt belaufen sich also die Abschlusskosten für Vertrieb und das Drucken eines Versicherungsscheins auf dreiste 8.463 EUR oder 6,5 Prozent (und nicht 4 Prozent - was auch schon sehr viel wäre).
Im sehr sehr Kleingedruckten: "Durch den Abschluss Ihres Versicherungsvertrages entstehen Kosten, z. B. für Beratung, Antragsprüfung und Erstellen des Versicherungsscheins." Wofür die 8,75 EUR sind weiß nur die Stuttgarter Versicherung... insgesamt belaufen sich also die Abschlusskosten für Vertrieb und das Drucken eines Versicherungsscheins auf dreiste 8.463 EUR oder 6,5 Prozent (und nicht 4 Prozent - was auch schon sehr viel wäre).
Es ergeben sich Beiträge von 130.200 EUR. Gegenübergestellt sind Kosten von mindestens 28.830 EUR bzw. eine negative Rendite von mehr als 22 Prozent für den Versicherten über die gesamte Laufzeit.
Auch wenn die Beiträge steuerlich berücksichtigt werden, wird die Rente später zu 100 Prozent versteuert; ein Kapitalwahlrecht besteht nicht. Im besten Falle stirbt der Versicherte und die Stuttgarter hat den Jackpot - eine etwaige Hinterbliebenenrente ist zeitlich befristet.
Nicht eingerechnet ist die jährliche Inflation, die ebenfalls an den Beiträgen zehrt und eine spätere Rente vorab aufbraucht. Während des gesamten Rentenbezugs genehmigt sich die Stuttgarter Versicherung nochmals 1,5 Prozent für "Kosten".
Die Stuttgarter verdient also über die gesamte Laufzeit erheblich. Und über 22 Prozent negative Rendite durch Provisionstarife müssen erwirtschaftet werden um erstmal wieder bei +/- Null zu sein. Unters Kopfkissen legen bringt im Vergleich mehr!
Am Ende hat man höchstens eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge und muss mindestens 31 Jahre leben nach Rentenbeginn (angenommenes Beispiel oben), um seine Beiträge zurückzubekommen (abzgl. Steuern, abzgl. Inflation).
Sprich: aus Beiträgen von 25.550 EUR wurden innerhalb von 73 Monaten bzw. etwas mehr als sechs Jahren Beitragsdauer sage und schreibe 18.958,19 EUR.
Rendite für Stuttgarter und Makler bislang: 29 Prozent
Rendite für Versicherten bislang: -25,8 Prozent
Ja die Stuttgarter Versicherung ist wirklich ein Premium-Maklerversicherer... von Maklern für Makler! Die Stuttgarter ignoriert auch den Versichertenwunsch (trotz einer fondsgebundenen Rürup-Versicherung) und legt annähernd nichts im ausgewählten Fond an. Daher auch nur lächerliche 30 EUR Rendite in 6 Jahren (in Worten: sechs)!
Am Ende hat man höchstens eine Garantie auf die eingezahlten Beiträge und muss mindestens 31 Jahre leben nach Rentenbeginn (angenommenes Beispiel oben), um seine Beiträge zurückzubekommen (abzgl. Steuern, abzgl. Inflation).
Rendite gibts auch!
Für Beiträge von 25.550 EUR und Kosten von 7.411,67 EUR gab es immerhin eine nicht garantierte Überschussbeteiligung von 789,50 EUR sowie Fondsausschüttungen von 30,36 EUR.Sprich: aus Beiträgen von 25.550 EUR wurden innerhalb von 73 Monaten bzw. etwas mehr als sechs Jahren Beitragsdauer sage und schreibe 18.958,19 EUR.
Rendite für Stuttgarter und Makler bislang: 29 Prozent
Rendite für Versicherten bislang: -25,8 Prozent
Ja die Stuttgarter Versicherung ist wirklich ein Premium-Maklerversicherer... von Maklern für Makler! Die Stuttgarter ignoriert auch den Versichertenwunsch (trotz einer fondsgebundenen Rürup-Versicherung) und legt annähernd nichts im ausgewählten Fond an. Daher auch nur lächerliche 30 EUR Rendite in 6 Jahren (in Worten: sechs)!
Reaktionszeiten eines Versicherers der Luxus-Verwaltungskosten aufruft
Die Stuttgarter Versicherung lässt sich bei den Verwaltungskosten nicht lumpen (über 8 Prozent jährliche Entnahmen aus Beiträgen und der Anlagesumme). Exklusivität garantiert möchte man meinen....
Ruft man bei der Stuttgarter an, hat man keinen persönlichen Ansprechpartner oder Sachbearbeiter an der Leitung... sondern landet in der üblichen Hotline-Warteschleife und schwäbischem Support, der einen vertröstet und auf die Fachabteilung verweist. Antworten auf Anfragen dauern gerne mal bis zu vier Wochen, allerdings nur dann, wenn man telefonisch nachhakt. Transparenz darf man natürlich nicht erwarten, daher erbringe ich diese Service-Leistung und Premium-Beratung mit diesem Blog (kostenlos aber hoffentlich nicht umsonst).
Ein jährliches Schreiben ohne Inhalt und mit wagen Daten lässt sich die Stuttgarter schon einmal mit über acht Prozent jährlichen "Verwaltungskosten" bezahlen. Porto: 243 EUR
Fazit
Die Rürup-Rente der Stuttgarter Versicherung ist nichts wert - nur für die Stuttgarter selbst und deren umtriebige Makler. Nettokosten von annähernd 22 Prozent über die Gesamtlaufzeit stehen schön gerechnete Effektivrenditen gegenüber (hinzu kommen die spätere Versteuerung und die Verluste durch die Inflation über die Laufzeit). Eine Überschussbeteiligung ist zudem nicht garantiert.Am Ende fährt man besser, man legt die Beiträge unter das Kopfkissen... daher um Maklerversicherungen wie die Stuttgarter Versicherung einen weiten Bogen machen und eine seriöse Altersversorge machen (Eigenheim, Edelmetalle, gesetzliche Rente, Dividendenfonds)
Hier noch die Selbstbedienungsurkunde (hat den Namen PIB nicht verdient)...

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